Achtsamkeit für Eltern

WAHRNEHMEN. ERLAUBEN. LIEBEN.

 Vielleicht ist dir der Begriff Achtsamkeit schon vertraut, aber vielleicht ist er auch noch ziemlich neu für dich. So oder so möchte ich dir gern eine Vorstellung davon geben, worum es bei Achtsamkeit für Eltern geht:

Achtsamkeit ist – kurz gesagt – wahrzunehmen, was ist, ohne es zu bewerten. Wir sind im Hier und Jetzt, entspannt, erfüllt und ganz bei uns selbst. Da unser Mind von Natur aus ständig wandert und umher springt, braucht Achtsamkeit immer wieder aufs Neue eine bewusste Entscheidung und regelmäßiges Training.

Was bringt dir Achtsamkeit als Mutter oder Vater?

Achtsamkeit für Eltern ist keine Erziehungsberatung. Achtsamkeit funktioniert nicht über Ratschläge und Expertenwissen. Ganz egal, ob du mehr Klarheit in bestimmten Erziehungsfragen suchst, du völlig erschöpft bist oder gerade Sorgen wegen deines Kindes hast – die Lösung liegt in dir.

Bei Achtsamkeit geht es um dich, um dein Wohlergehen und deine Lösungen. Auf die Suche danach machen wir uns mit Freundlichkeit und Mitgefühl für uns selbst. Das ist keineswegs selbstverständlich, sondern viel schwieriger, als es sich anhört. Denn wir sind alle sehr daran gewöhnt, ständig zu bewerten und von anderen bewertet zu werden. Oft genug sind wir dabei nicht wirklich warmherzig, verzeihend und verständnisvoll, sondern uns selbst der schärfste Kritiker. Das macht gereizt, unzufrieden oder drückt die Stimmung.

Bei Achtsamkeit geht es darum, sich selbst sehr genau wahrzunehmen und seine innere Welt besser kennenzulernen. Jedes Gefühl, jeder Gedanke, jede Empfindung darf sein und wird mit demselben Wohlwollen begrüßt. Bei Achtsamkeit gibt kein richtig und kein falsch. Und das ist eine wirklich große Erleichterung für Mütter und Väter.

Der Zauber von Achtsamkeit liegt darin, dass allein durch das Wahrnehmen, das Erlauben, das Lieben Entwicklung passiert. Langsam, aber sicher.

Achtsamkeit ist kein Erziehungskonzept, trotzdem verändert sich durch sie allmählich unser Muttersein und Vatersein. Es geht uns dann nicht mehr so sehr um diese oder jene Erziehungsmethode, den richtigen oder falschen Umgang mit unseren Kindern. Es geht uns um das Wesentliche – dass wir mit unseren Kindern verbunden bleiben. Wenn wir mehr in Frieden mit uns selbst und unseren Kindern sind, akzeptieren wir auch leichter, dass manche Dinge sich nicht ändern lassen, und dass das durchaus keine Katastrophe sein muss. Wir haben auch mehr Vertrauen in unsere Entscheidungen, selbst wenn sie in unserem Umfeld nicht auf Gegenliebe stoßen. Wir werden unabhängiger von der Anerkennung oder auch Kritik anderer.

Achtsamkeit verändert auch die Art und Weise wie wir mit Konflikten und Sorgen zuhause umgehen. Wenn uns die Nerven durchgegangen sind und wir unser Kind angebrüllt haben, reagieren wir mit Selbstvorwürfen. Wenn wir viel arbeiten, wenig Zeit mit unserem Kind verbringen konnten oder frisch getrennt sind, plagt uns das schlechte Gewissen. Wenn unser Kind mit Mathe auf Kriegsfuß steht oder sehr häufig online ist, machen wir uns Sorgen. Solche Gefühle sind belastend und wir wollen sie daher in der Regel schleunigst loswerden. Wenn wir Achtsamkeit praktizieren, machen wir genau das Gegenteil. Wir geben der Wut, der Hilflosigkeit, dem schlechten Gewissen und den Sorgen einen Platz. Mit liebevoller Offenheit nehmen wir unsere Gefühle wahr, wir erlauben sie uns. Wir gehen mit diesen Gefühlen um, wie mit kleinen Kinder, die unsere volle Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse brauchen, um sich beruhigen und weitermachen zu können. Und wie bei kleinen Kindern funktioniert es auch hier:

Die Beachtung, das Mitgefühl und die liebevolle Zuwendung bringen Beruhigung und Wandlung und wir können gelöster und entspannter mit unseren Kindern umgehen.

Achtsamkeit ist also nichts, was man mir nichts, dir nichts lernt und dann ist es erledigt. Achtsamkeit ist die Kunst der sehr, sehr, sehr kleinen Schritte. Achtsamkeit ist ein Prozess, erfüllend und spannend zugleich, bei dem wir uns ständig weiterentwickeln.  Mit der Zeit verstehen wir mehr und mehr, warum wir als Menschen und Mütter oder Väter sind, wie wir sind und können uns so, wie wir sind, immer besser liebevoll annehmen.

 

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Meine Kollegin Maria Faust und ich bieten Achtsamkeitstrainings in Gruppen für berufstätige Eltern an. Mehr dazu auf unserer Seite HEALTH TANK.